Quereinsteiger oder lieber pädagogische Fachkraft?
Auf der Suche nach einer geeigneten Nanny steht immer die Frage im Raum, ob ein Quereinsteiger die Anforderungen der zu besetzenden Stelle erfüllen kann oder ob eine pädagogische Fachkraft benötigt wird, um den Kindern gerecht zu werden!
Um beurteilen zu können, welche Betreuungsperson die richtige Wahl ist, müssen die Eltern abklären, welche Erwartungen Sie an Ihre künftige Nanny haben. Das ist die alles entscheidende Frage! Sind die Anforderungen der zu besetzenden Stelle geklärt, werden sie erkennen, ob ein Berufsumsteiger Ihren Bedürfnissen entspricht oder ob eher eine gelernte Erzieherin zu Ihnen passt.
Grundvoraussetzungen für jeden, der Kinder betreuen möchte
Mit Kindern zu arbeiten bedeutet, sie in ihrer Entwicklung zu begleiten, zu versorgen, zu bilden und zu fördern. Da eine Nanny sehr nah am Kind im familiären und individuellen Kontext arbeitet, sind vor allem Beziehungsfähigkeit, Zuverlässigkeit und Verantwortungsbewusstsein entscheidend – Eigenschaften, die zu den persönlichen Kompetenzen gehören und nicht zwingend zu den fachlichen Merkmalen einer pädagogischen Ausbildung zählen.
Wer Kinder betreut, muss gewährleisten, dass das Wohl der zu beaufsichtigenden Kinder stets im Vordergrund steht. Daher setzt eine verantwortungsvolle Kinderbetreuung stets ein hohes Maß an Pflichtbewusstsein und Achtsamkeit voraus, ohne die eine adäquate Betreuung kaum möglich ist. Die Bewerberin sollte sich ausführlich mit der gesetzlich verankerten Fürsorgepflicht auskennen, um diese in der Praxis anwenden zu können.
Wünschenswerte Voraussetzungen, die auch Quereinsteiger bieten
Die Tätigkeit der Kinderfrau bietet die Möglichkeit, das Leben junger Menschen positiv zu beeinflussen und einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag zu leisten. Die Kinder, die wir heute betreuen, sind unsere Zukunft von morgen. Viele “ungelernte Kinderfrauen“ wählen den Beruf aus echter Leidenschaft für Kinder, was ein großer Pluspunkt ist. Daher sind neben den bereits erwähnten Eigenschafen auch Attribute wie Geduld, Kreativität, Kommunikationsfähigkeit, eine gute Beobachtungsgabe und Belastbarkeit wünschenswert. Diese persönlichen Eigenschaften sind besonders dann von Vorteil, wenn eine Familie viele und sehr temperamentvolle Kinder hat und eine intensive Betreuung wünscht.
Um stets auf die individuellen Bedürfnisse der Kinder eingehen zu können, sie vor lauernden Gefahren zu schützen und auch in stressigen Situationen einen kühlen Kopf zu bewahren, sollten diese Fähigkeiten gegeben sein. Auch sollte der Willen zur Selbstreflexion vorhanden sein, um stets das eigene Handeln zu hinterfragen und sich persönlich weiterzuentwickeln.
Voraussetzungen, die nur Pädagogen bieten
Die Ausbildungen im Erziehungswesen dauern je nach Berufsziel zwischen zwei und fünf Jahren. In dieser Zeit wird den Schülern ein breites Spektrum an praktischem und theoretischem Wissen vermittelt, das von Pädagogik über Psychologie bis hin zu kindlicher Entwicklung reicht.
Eine Erzieherin ist im Privathaushalt nicht so sehr dem Risiko einer Überforderung ausgesetzt, da ihr ursprüngliches Tätigkeitsfeld weit über eine reine Kinderbetreuung hinausgeht. Sie umfasst Bildungsarbeit, frühkindliche Förderung, Inklusion, Elternarbeit und Dokumentationspflichten. Sie führt Elterngespräche, um die Kontinuität im Erziehungsprozess zu gewährleisten und berät die Eltern bei herausfordernden Situationen wie z.B. Verhaltensauffälligkeiten und Konfliktmanagement. Pädagogische Kräfte sind unverzichtbar, wenn Ihre Kinder ein tiefes Verständnis in ihren verschiedenen Entwicklungsphasen erfahren sollen, um adäquat auf ihre Bedürfnisse und Verhaltensweisen reagieren zu können.
Fazit
Eine Ausbildung aus dem Erziehungswesen muss nicht zwingend vorhanden sein, um Kinder kompetent zu betreuen. Entscheidend ist vielmehr, dass man für diese Arbeit eine hohe Affinität für Kinder mitbringt, um sie mit viel Liebe und Einfühlungsvermögen umsorgen zu können. Deshalb können auch Quereinsteiger hervorragende Nannys sein. Diejenigen unter ihnen, die bereits Berufserfahrung oder Familienerfahrung mitbringen, sind oft besonders praxistauglich. Zusammenfassend kann man sagen, dass die Qualität weniger von der Ausbildung abhängt, sondern vielmehr von:
• Persönlichen Kompetenzen
• Praxiserfahrung mit Kindern
• Fähigkeit zur Selbstreflexion
Wünschen sich die Eltern eine tiefgreifende Betreuung, bei der auch entwicklungspsychologische Aspekte berücksichtigt werden, wie Förderung von kognitiven Fähigkeiten und sozialen Beziehungen, sollte die Anstellung einer ausgebildeten Erzieherin in Erwägung gezogen werden.